14.11.2026 –, Vortragsraum
Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf die Gesundheit? Die medizinische Forschung betrachtet diese Frage mittlerweile differenzierter als früher: Zum Beispiel mit den Digital Determinants of Health (etwa in einer Artikelreihe im medizinische Fachjournal The Lancet, Oktober 2026). Digitale Infrastrukturen, Algorithmen, Plattformen und Geschäftsmodelle beeinflussen unser Nutzungsverhalten und somit unsere gesundheitlichen Chancen und Risiken. Die Verantwortung immer nur beim Individuum zu sehen ist zu kurz gedacht, denn gesundes Verhalten wird immer schwieriger, je weiter sich technologische Plattformen von diesem Anspruch weg entwickeln.
Ich möchte einen weiteren Aspekt in die Diskussion einbringen: Könnte die Möglichkeit, Technologie zu verstehen, kreativ zu nutzen und mitzugestalten, in Zukunft ein wichtiger Baustein unserer Gesundheit sein? Und was passiert, wenn diese Gestaltungsmöglichkeiten durch Plattformabhängigkeiten, wirtschaftliche Interessen und politische Machtverhältnisse immer geringer werden?
In vielen Untersuchungen zum Thema wird kein Unterschied zwischen aktiver Mitgestaltung und passivem Konsum von digitalen Medien gemacht - oder wenn doch, wird zwar scheinbar aktives Teilen von Inhalten auf fremdbestimmten Plattformen betrachtet, aber nicht die eigentlich aktive Mitgestaltung von Technik. Vielleicht müssen wir die gesundheitliche Bedeutung digitaler Technologien deshalb auch dort untersuchen, wo Menschen nicht nur Nutzer:innen, sondern selbst Gestalter:innen sind, also in Hackspaces und in ähnlichen Gemeinschaften, an ähnlichen Orten.
Sind Spaces wie Das Labor also möglicherweise immer wichtiger werdende Orte für unsere Gesundheit? Meine Schlussfolgerung: Public Health, Medizin und Informatik sollten enger zusammenarbeiten, um diese Zusammenhänge zu erforschen und digitale Lebenswelten gesund zu gestalten.